Aufbereitung von Oldtimerlacken


Oldtimerlacke bedürfen von jeher besonderer Pflege und Aufmerksamkeit. Abgesehen davon, dass sie ja schon ziemlich alt sind, sollen sie auch noch ziemlich lange halten, denn ein alter Wagen im Originallack ist etwas ganz anderes als ein nachlackierter.

Da stellt sich natürlich die Frage, ob es sinnvoll ist, von dieser Lackschicht bei der Aufbereitung noch etwas abzunehmen. Obwohl ich annehme, dass sich um diese Frage die heftigsten Kontroversen entwickeln werden, bin ich der Meinung, es ist sinnvoll. Denn zum einen sind die Schichtdicken bei alten Autos größer als bei den heutigen bei etwa der gleichen Lackhärte, zum zweiten sind die Lacke nicht mehr so belastet, weil sie meist keinen Alltagsverkehr mehr aushalten müssen und drittens und wichtigstens ist eine glatte, intakte Oberfläche viel widerstandsfähiger als eine raue und verschlissene, weil sich aggressive Umwelteinflüsse nur schwer festsetzen können.

Ein weiterer Vorteil ist die absolute Farbechtheit - wer erinnert sich nicht an die Schwierigkeiten der Farbtonfindung bei Ausbesserungen und Teillackierungen, wenn der Originalfarbton an den verblichenen Restlack angepasst werden muss. Das fällt nach einer Aufbereitung mit Lackschliff weg, der Originalton passt wieder einwandfrei zum Rest.

Denn der Lack bleicht nicht wirklich aus, sondern die bleichenden Effekte liegen in der verwitterten Schicht: Wachsreste, Verschmutzungen, und jeder kennt die raue Oberfläche von Milchglas, dessen Oberfläche der des verwitterten Lackes ähnlich ist. Würde man das Milchglas glattpolieren, wäre es wieder klar und durchsichtig, und ebenso verhält es sich beim Lack.